Förderprogramme für Corona betroffene Unternehmen

Die Covid-19 Kirise trifft alle. Die Tatsache, dass die Inseln vom Festland quasi abgeschnitten ist, sie auf den Tourismus und die Saison angewiesen sind, macht es für diese Unternehmer besonders schwer. Als Beraterin habe ich mich auf Hamburg, den Raum Lübeck spezialisiert und werden einen Teil meiner Arbeit auch Unternehmern der Insel Poel anbieten.

Was sind die ersten Schritte für Hilfesuchende?

Natürlich sollte jeder zuallererst prüfen, ob er den Rettungsschirm (Aktion 1) bewilligt bekommt. Wem das als Lösung nicht reicht, der sollte über die Nutzung eines Förderprogrammes zur strategische Beratung (Aktion 2) nachdenken, die mit bis zu 100% gefördert wird.

Auf dieser Seite werde ich die Förderprogramme auflisten, die ich für den Klein- und Mittelstand der Insel Poel als geeignet einstufe. Einen Teil meiner Arbeit als Unternehmensberaterin werde ich Poelern widmen, die die Kriterien des neuen Förderprogramms erfüllen. Darüber hinaus sind Kooperationen zwischen Hamburg und der Insel Poel denkbar (Aktion 3), sofern die Transferfrage geklärt ist, bzw. die „Grenzen“ wieder offen sind.

Förderprogramm für eine Beratung, raus aus der Corona-Krise

Bund und Länder arbeiten mit Hochdruck an relevanten Lösungen für den Klein und Mittelstand (KMU) und Freiberufler.

Das neue Förderprogramm zur Überwindung der Covid-19 Krise heißt „Förderung unternehmerischen Know-hows“. Am 3. April 2020 ist eine modifizierte Richtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows für Corona-betroffene Unternehmen in Kraft getreten. Hier geht es zur Bafa-Information.

PERSONENKREIS

Wer wird gefördert?

Die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ richtet sich an

  1. Gefördert werden Junge Unternehmen: Das sind Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind.
  2. Gefördert werden Bestandsunternehmen: Das sind Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung.
  3. Junge und Bestandsunernehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden (Unternehmen in Schwierigkeiten); Hier müssen Bilanzzahlen offengelegt werden, die die finanzielle Notlage aus Sicht der BAFA belegen.

Zusätzlich müssen Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Punkjt 3) die Voraussetzungen im Sinne von Nummer 20 Buchstabe a oder Nummer 20 Buchstabe b der Leitlinien für staatliche Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung nichtfinanzieller Unternehmen in Schwierigkeiten (2014/249/01) in der jeweils geltenden Fassung erfüllen.

Wer wird NICHT gefördert?

  • Unternehmen sowie Angehörige der Freien Berufe, die in der Unternehmens-, Wirtschaftsberatung, Wirtschafts- oder Buchprüfung oder Steuerberatung bzw. als Rechtsanwalt, Notar, Insolvenzverwalter oder in ähnlicher Weise beratend oder schulend tätig sind oder tätig werden wollen.
  • Unternehmen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder die die Voraussetzungen für die Eröffnung eines solchen Verfahrens erfüllen.
  • Unternehmen, die in einem Beteiligungsverhältnis zu Religionsgemeinschaften, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder zu deren Eigenbetriebe stehen.
  • Gemeinnützige Unternehmen und gemeinnützige Vereine sowie Stiftungen.

Zu beachten ist des Weiteren, dass Beratungen von Unternehmen, z. B. Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärerzeugung, der Fischerei und Aquakultur oder zu Inhalten, die gemäß Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 ausgeschlossen sind, nicht gefördert werden können.

INHALTLICHE BERATUNG

Förderprogramme sind in der Regel auf bestimmte Themengebiete spezialisiert. Dieses neu zusammengefasste Programm ist sehr flexiebel. Es fördert Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung, die geeignet sind, die Krise zu bewältigen. Im Beraterpool der BAFA findet ihr eine Liste der zertifizierten Berater. Meine Beraternummer lautet #163126 (Antragstellung läuft)

Spezielle Beratungen

Um strukturellen Ungleichheiten zu begegnen, können zusätzlich zu den Themen einer allgemeinen Beratung weitere Beratungsleistungen gefördert werden. Hierzu gehören Beratungen von Unternehmen, die

  • von Frauen geführt werden.
  • von Migrantinnen oder Migranten geführt werden.
  • von Unternehmern/innen mit anerkannter Behinderung geführt werden.
  • zur besseren betrieblichen Integration von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern mit Migrationshintergrund beitragen.
  • zur Arbeitsgestaltung für Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit Behinderung beitragen.
  • zur Fachkräftegewinnung und -sicherung beitragen.
  • zur Gleichstellung und besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.
  • zur alternsgerechten Gestaltung der Arbeit beitragen.
  • zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz beitragen.

Unternehmen in Schwierigkeiten (Punkt 3) können eine Förderung erhalten für eine Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Zusätzlich können Unternehmen in Schwierigkeiten zur Vertiefung der Maßnahmen einer Unternehmenssicherungsberatung eine weitere Folgeberatung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung gefördert werden.

Bestandsunternehmen dürfen pro Beratungsschwerpunkt nicht mehr als fünf Tage in Anspruch nehmen. Die Beratungstage müssen nicht aufeinanderfolgen. Die Berichterstellung sowie die Reisezeiten können außerhalb dieses Zeitrahmens liegen. Diese Begrenzung gilt nicht für Jungunternehmen oder Unternehmen in Schwierigkeiten. Hier kann die Maßnahme über den gesamten Förderzeitraum (maximal 6 Monate) durchgeführt und abgerechnet werden. Alle Unternehmen können bis zur Ausschöpfung der jeweils maximal förderfähigen Beratungskosten (Bemessungsgrundlage) pro Beratungsschwerpunkt mehrere Anträge auf Förderung stellen. Die jeweilige Fördermaßnahme muss als Einzelberatung durchgeführt werden, Seminare oder Workshops werden nicht berücksichtigt. Die Beratungsleistung muss vom Berater in einem schriftlichen Beratungsbericht dokumentiert werden.

Nicht gefördert werden Beratungsinhalte, die

  • ganz oder teilweise mit anderen öffentlichen Zuschüssen einschließlich Mitteln der Strukturfonds und des ESF finanziert werden.
  • Vermittlungstätigkeiten beinhalten und/oder deren Zweck auf den Erwerb von bestimmten Waren oder Dienstleistungen gerichtet ist, die von den Beraterinnen oder Beratern selbst vertrieben werden.
  • überwiegend Rechts- und Versicherungsfragen sowie steuerberatende Tätigkeiten, wie z. B. die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von Jahresabschlüssen oder Buchführungsarbeiten zum Inhalt haben.
  • überwiegend gutachterliche Stellungnahmen zum Inhalt haben.
  • den Verkauf/Vertrieb von Gütern oder Dienstleistungen, insbesondere individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sowie sonstige Umsatz steigernde Maßnahmen einschließlich des entsprechenden Marketings von Ärztinnen oder Ärzten, Zahnärztinnen oder Zahnärzten, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Inhalt haben.
  • ethisch-moralisch nicht vertretbare oder gegen Recht und Ordnung verstoßende Inhalte zum Gegenstand haben.

FÖRDERHÖHE

Die Höhe der Förderung hängt davon ab, ob das Unternehmen  in Typ 1, 2 oder 3 eingestuft wird – und in welchem Bundesland es ansässig ist. Für die Poeler bedeutet es: Wer die Kriterien für Typ 3 „Untenehmen in Schwierigkeiten“ nicht erfüllt, der darf mit mindestens 80% Förderung durch die BAFA rechnen.

Wer unter die Sonerregelung „Corona“ fällt, der bekommt 100% auf 4.000 Euro, sonst gilt die Tabelle:

Höhe des Beratungszuschusses
Unternehmensart Bemessungs­grundlage Region Fördersatz maximaler Zuschuss
Junge Unternehmen
nicht länger als 2 Jahre am Markt
4.000 Euro Mecklenburg-Vorpommern 80 % 3.200 Euro
Hamburg, Schleswig-Holstein 50 % 2.000 Euro
Bestandsunternehmen
ab dem dritten Jahr nach Gründung
3.000 Euro Mecklenburg-Vorpommern 80 % 2.400 Euro
Hamburg, Schleswig-Holstein 50 % 1.500 Euro
Unternehmen in Schwierigkeiten (ohne Corona-Bezug) 3.000 Euro Hamburg, Schleswig-Holstin und Mecklenburg-Vorpommern 90 % 2.700 Euro

 

DEN RICHTIGEN BERATER FINDEN

Wer diese Förderung in Anspruch nehmen möchte, der muss sich einen Berater aus dem Beraterpool suchen. Die BAFA prüft, dass dieser über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen und muss einen Qualitätsnachweis erbringen, der die Planung, Durchführung, Überprüfung und Umsetzung der Arbeits- und Organisationsabläufe aufzeigt. Die Beraterin oder der Berater muss eine richtlinienkonforme Durchführung der Beratung gewährleisten.

Einen Teil meiner Arbeitszeit möchte ich Poeler Unernehmern zur Verfügung stellen, um die Krise zu meistern. Gespräche mit der Gemeinde laufen, damit ich als Beraterin auf die Insel  darf. (Hier findet Ihr umfassende Infos, Links und Quellen)

Aktion 3: Solidarisches Helfen

Hier sammel ich Links zu Organisationen, die Menschen dabei unterstützen, sich gegenseitig zu helfen. Z.B., indem Kunden Wertgutscheide kaufen, Kooperationen entstehen.

Lübeck: Solidarität mit dem Restaurants und kleinen Läden in Lübeck
https://www.hlfen.de/ich-moechte-helfen

 

Mit Besten Grüßen aus Hamburg,
Monika M. Hoyer